Ein Fehler, den wir bei Bauvorhaben im Göttinger Westen immer wieder sehen: Das Bodengutachten stützt sich nur auf indirekte Sondierungen, und beim Aushub trifft man dann auf alte, nicht kartierte Verfüllungen aus der Zeit der Bahnhofserweiterung. Genau hier setzt die Schürfgrube an. In einem Stadtgebiet, das geologisch vom Muschelkalk des Leinegrabens und den darüber liegenden quartären Lockersedimenten geprägt ist, brauchen wir manchmal den direkten Blick in den Untergrund. Unsere Sondierbohrung ermöglicht die Entnahme ungestörter Proben und eine klare Ansprache der Schichtenfolge vor Ort – unverzichtbar, bevor ein Statiker die Gründung bemisst. Gerade wenn in Geismar oder Grone ein Hanggrundstück bebaut wird, kombinieren wir den Aufschluss gerne mit einer Böschungsstabilität-Bewertung, weil der direkte Eindruck aus der Grube die Standsicherheitsanalyse deutlich belastbarer macht.
Die Schürfgrube zeigt, was Sondierspitzen nur andeuten: Schichtwechsel, Steine, alte Fundamente – der direkte Augenschein schützt vor bösen Überraschungen beim Aushub.
Arbeitsumfang in Gottingen

Demonstration video
Risiken und Überlegungen in Gottingen
Göttingens Entwicklung vom mittelalterlichen Handelszentrum zur modernen Universitätsstadt hat einen Flickenteppich im Untergrund hinterlassen: mittelalterliche Keller in der Innenstadt, Bahndämme aus dem 19. Jahrhundert, Kriegstrümmerverfüllungen und moderne Infrastruktur. Wer im Bereich zwischen Wall und Bahnhof baut, muss mit anthropogenen Auffüllungen rechnen, deren Mächtigkeit und Zusammensetzung kein Archivplan vollständig erfasst. Die Schürfgrube ist hier das einzige Mittel, um die wahre Beschaffenheit dieser Schichten zu beurteilen. Ein indirekter Sondierwiderstand allein sagt wenig darüber aus, ob es sich um Bauschutt mit großen Hohlräumen oder um schluffig-toniges Auffüllmaterial handelt. Verzichtet man auf den direkten Aufschluss, riskiert man Setzungsprobleme oder sogar ungeplante Mehrkosten beim Bodenaustausch, die in der Ausschreibung nicht vorgesehen waren.
Unsere Leistungen
Unsere Schürfgruben in Göttingen setzen wir nicht isoliert ein, sondern als Teil einer abgestuften Erkundungsstrategie. Je nach Fragestellung kombinieren wir den Direktaufschluss mit weiteren Feld- und Laborverfahren:
Ergänzende Sondierbohrung (SPT)
Wenn die Schürfgrube die oberflächennahen Schichten bis 2–3 m geklärt hat, setzen wir tiefer reichende SPT-Bohrungen an, um die Lagerungsdichte der tieferen Sande und Kiese im Leinetal zu bestimmen – ein klassisches Duo für die Gründungsbeurteilung.
Plattendruckversuch vor Ort
Direkt nach dem Wiederverfüllen und Verdichten der Tragschicht prüfen wir mit dem Plattendruckversuch den Verformungsmodul Ev2 – der klassische Abnahmetest für die Baugrubensohle vor der Fundamenterstellung.
Fragen und Antworten
Wann ist in Göttingen eine Schürfgrube sinnvoller als eine reine Sondierbohrung?
Immer dann, wenn die oberflächennahen Schichten heterogen sind oder Auffüllungen vermutet werden. In der Göttinger Innenstadt, im Bereich ehemaliger Kiesgruben am Kehr oder auf Konversionsflächen liefert der direkte Aufschluss eine viel sicherere Ansprache der Schichten als ein indirektes Sondierverfahren.
Wie tief kann eine Schürfgrube im Göttinger Leinetal abgeteuft werden?
Mit unserer leichten Rammsondiertechnik erreichen wir im Lockergestein des Leinetals üblicherweise Tiefen bis 5 Meter. Bei hoch anstehendem Grundwasser, wie es in den grundwassernahen Quartieren nahe der Leine vorkommt, endet der Aufschluss oft schon bei 2 bis 3 Metern – dann kombinieren wir mit tiefen Sondierbohrungen.
Mit welchen Kosten muss ich für eine Schürfgrube in Göttingen rechnen?
Für eine komplette Schürfgrube mit Dokumentation, Probenentnahme und Laboruntersuchung liegt der Aufwand im Raum Göttingen typischerweise zwischen €450 und €790, abhängig von Tiefe, Verbauaufwand und Probenumfang.