Das Göttinger Leinetal mit seinen mächtigen quartären Talfüllungen und den steilen Muschelkalkhängen des Leinegrabens stellt jeden Tiefbauer vor besondere Aufgaben. Wenn in der Innenstadt ein neues Forschungsgebäude entsteht oder am Hang ein Wohnkomplex in die Tiefe geht, reichen Standardannahmen nicht aus – die geotechnische Baugrubenüberwachung wird zum entscheidenden Sicherheitsinstrument. In Göttingen wechseln die Untergrundverhältnisse oft auf kürzester Distanz: Auelehm über Terrassenschotter, darunter verwitterter Buntsandstein. Unser messtechnisches Team begleitet den Aushub mit inklinometrischen Ketten und elektronischen Wegaufnehmern, denn das Risiko unerkannter Verschiebungen in der Verbaukonstruktion ist in dieser heterogenen Geologie real. Bevor der erste Bagger anrollt, klären wir mit einer Sondierung nach SPT die Lagerungsdichte der rolligen Schichten und ergänzen die Vorerkundung durch seismische Refraktionsmessungen zur Festlegung der Felsoberkante.
In den quartären Talfüllungen Göttingens entscheidet die Auflösung der Inklinometerkette darüber, ob eine Wandbewegung rechtzeitig erkannt wird oder ob der Verbau unkontrolliert nachgibt.
Arbeitsumfang in Gottingen

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Risiken und Überlegungen in Gottingen
Die bauliche Entwicklung Göttingens vom mittelalterlichen Handelszentrum zur modernen Universitätsstadt hat einen heterogenen Baugrund geschaffen: historische Auffüllungen mit Bauschutt und Brandschutt liegen über den natürlichen Auesedimenten, oft ohne klare Trennung. Wer in der östlichen Innenstadt oder entlang der Leinekanäle eine Baugrube abteuft, gräbt durch diesen anthropogen überprägten Untergrund. Das tückische daran: alte Kellerverfüllungen oder stillgelegte Leitungsgräben bilden hydraulische Fenster, über die Grundwasser unerwartet in die Baugrube eindringen kann. Eine lückenhafte geotechnische Baugrubenüberwachung führt in solchen Szenarien zu unkontrollierten Wasserzutritten, hydraulischem Grundbruch oder schlagartigen Setzungen an der angrenzenden Bebauung. Die DIN 4123 regelt zwar den Verbau, aber erst die engmaschige messtechnische Begleitung zeigt, ob das gewählte System wirklich hält. Unsere automatisierten Systeme erkennen Trends, bevor sie kritisch werden – das ist der Unterschied zwischen einer Baustelle, die läuft, und einem Schadensfall, der vor Gericht endet.
Unsere Leistungen
Der Erfolg einer geotechnischen Baugrubenüberwachung hängt von der richtigen Kombination der Messverfahren ab. In Göttingen setzen wir auf bewährte Systeme, die wir spezifisch auf die Tiefe, den Verbautyp und die Grundwassersituation abstimmen:
Automatisierte 3D-Verformungsüberwachung
Installation motorisierter Totalstationen mit bis zu 50 Messprismen am Verbau und an angrenzenden Gebäuden. Inklusive Web-Dashboard mit Ampel-Alarmierung und wöchentlicher Berichterstattung an den geotechnischen Sachverständigen.
Inklinometer- und Kraftmessketten
Einbau vertikaler Inklinometerrohre hinter der Verbauwand zur Erfassung von Biegelinien, kombiniert mit hydraulischen Ringkraftmessdosen an Litzenankern und Steifen. Besonders geeignet für tiefe Baugruben im Göttinger Buntsandstein.
Fragen und Antworten
Was kostet eine geotechnische Baugrubenüberwachung in Göttingen?
Die Kosten richten sich nach der Ausbautiefe, der Anzahl der Messquerschnitte und dem Automatisierungsgrad. Für ein typisches innerstädtisches Bauvorhaben mit drei Messquerschnitten und automatischer Totalstation liegt der Preisrahmen bei €650 bis €1.990 pro Monat. Die Investition lohnt sich: Sie vermeidet teure Stillstände und beweissichert gegenüber Nachbarn.
Wie oft müssen die Messungen einer geotechnischen Baugrubenüberwachung durchgeführt werden?
Im Aushubzustand tasten wir mit 15- bis 60-Minuten-Intervallen, um auf plötzliche Ereignisse reagieren zu können. Nach Erreichen der Endtiefe und bei konstanten Werten reduzieren wir das Intervall auf stündliche oder tägliche Zyklen. Der Takt wird im Messplan festgeschrieben, den wir mit dem Baugrundgutachter und der Bauleitung abstimmen.
Welche Normen und Regelwerke wenden Sie bei der Überwachung an?
Die geotechnische Baugrubenüberwachung führen wir auf Grundlage der DIN 1054:2021, des Eurocode 7 und der EAB durch. Für Bestandsbauten im Einflussbereich ziehen wir zusätzlich die DIN 4123:2013 heran. Alle Messaufnehmer sind DAkkS-rückführbar kalibriert, und die Berichte sind prüffähig nach HOAI, Leistungsphase 8.