Gottingen
Gottingen, Germany

Aktive und passive Verankerungsbemessung in Göttingen – DIN-konform direkt vom Baugrundlabor

Die Hangsicherung am Leineufer oder eine tiefe Baugrube im Talkessel von Göttingen erfordern eine präzise Verankerungsbemessung, weil der Ausgangswert für jede Berechnung aus dem anstehenden Boden stammt. Mit 150 m ü. NHN und den quartären Lockersedimenten der Leine-Niederung haben wir es selten mit homogenem Baugrund zu tun; hier dominieren Wechsellagerungen aus Auelehm, Terrassenkiesen und Rötton. Unser Labor ermittelt die Mantelreibung und den Spitzenwiderstand für aktive wie passive Ankersysteme direkt am Bohrkern und ergänzt die Werte mit In-situ-Versuchen. Wenn der Baugrund es zulässt, kombinieren wir die Ankerbemessung mit einer Sondierung nach SPT zur räumlichen Einordnung tragfähiger Horizonte, bevor wir die freie Länge und die Verpressstrecke festlegen.

Eine Ankerbemessung ohne lokale Mantelreibungsversuche ist ein Blindflug – erst der Ausziehversuch am Göttinger Rötton liefert den tatsächlichen Herausziehwiderstand.

Arbeitsumfang in Gottingen

Der mittlere Grundwasserstand in der Göttinger Innenstadt liegt oft nur 2 bis 3 m unter GOK, was bei Dauerankern Fragen zum Korrosionsschutz und zur Verpressqualität aufwirft. Wir unterscheiden strikt zwischen temporären Litzenankern für Baugrubenverbauten und permanenten Systemen, etwa unter einer Bohrpfahlwand am westlichen Hang des Leinetals. Unsere Bemessung folgt dem EC7-Nachweisverfahren (GEO-3) und berücksichtigt den charakteristischen Herausziehwiderstand Ra,k, den wir aus Mantelreibungsdiagrammen der DIN EN 1537 ableiten. Für die Bestimmung der Scherparameter des umgebenden Bodens setzen wir auf die Atterberg-Grenzen an bindigen Schichten und auf Rahmenscherversuche an rolligen Proben. Der erforderliche Ankerabstand ergibt sich dann aus dem Gruppenwirkungsgrad, den wir über die Keilgleitgeometrie nach Kranz prüfen – eine Methode, die sich im Göttinger Baugrund bei gestaffelten Ankerlagen seit Jahren bewährt.
Aktive und passive Verankerungsbemessung in Göttingen – DIN-konform direkt vom Baugrundlabor
Aktive und passive Verankerungsbemessung in Göttingen – DIN-konform direkt vom Baugrundlabor
ParameterTypischer Wert
AnkertypenStabanker, Litzenanker, selbstbohrende Injektionsanker (SBMA)
Normative BasisDIN EN 1997-1 (EC7) mit DIN 1054, DIN EN 1537
Untersuchungstiefebis 25 m u. GOK für Baugruben, bis 40 m für Hangsicherung
PrüfverfahrenEignungsprüfung, Abnahmeprüfung, Kriechversuch
VerpressdruckNachdruckverfahren bis 25 bar, abgestimmt auf Kornverteilung
KorrosionsschutzKlasse I (permanent) nach DIN EN 1537, doppelte Wellrohrummantelung

Demonstration video

Risiken und Überlegungen in Gottingen

In Göttingen sehen wir immer wieder, dass der Rötton im Bereich der Verpressstrecke unterschätzt wird. Dieser tonige Schluffstein verwittert oberflächennah zu einem steif-plastischen Material, das bei Wasserzutritt plötzlich abfällt und dann kaum noch Mantelreibung aufbaut. Ein zweites kritisches Detail ist die Verpressung in den quartären Kiesen unterhalb der Leineaue: ohne exakte Kenntnis der Korngrößenverteilung kann Zementschlämme unkontrolliert abfließen und der Anker erreicht nie seine Solltragfähigkeit. Wir empfehlen deshalb vor jeder Ausführungsplanung mindestens einen In-situ-Ausziehversuch im gleichen Horizont. Bei Ankern unterhalb des Grundwasserspiegels prüfen wir zusätzlich den Kriechbeiwert über 60 Minuten, denn eine schleichende Verformung der Verpressstrecke kündigt sich in den ersten 15 Minuten an – wer die Prüfung nach 5 Minuten abbricht, übersieht das Versagen.

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Antwort innerhalb von 24h.

Anwendbare Normen: DIN EN 1997-1:2014-03 (Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik), DIN 1054:2021-04 (Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau), DIN EN 1537:2014-07 (Ausführung von Arbeiten im Spezialtiefbau – Verpressanker)

Unsere Leistungen

Unsere Verankerungsbemessung deckt den gesamten Planungsprozess ab – von der ersten Baugrunderkundung bis zur Abnahmeprüfung auf der Baustelle.

Bemessung aktiver Litzenanker für Baugruben

Ermittlung von freier Länge, Verpressstrecke und Vorspannkraft nach EC7 für rückverankerte Trägerbohlwände und Bohrpfahlwände. Inklusive Gruppenwirkungsgrad und Standsicherheitsnachweis.

Dimensionierung passiver Bodennägel

Bemessung von Selbstbohr-Injektionsnägeln für steile Böschungen und Hangsicherungen. Mit Nachweis der inneren und äußeren Tragfähigkeit sowie rasterförmiger Anordnung.

Fragen und Antworten

Welche Bodenkennwerte brauche ich für die Ankerbemessung nach EC7 in Göttingen?

Sie benötigen mindestens die Wichte, den Reibungswinkel und die Kohäsion jeder anstehenden Schicht im Bereich der Verpressstrecke. Für die Mantelreibung nach DIN EN 1537 sind zusätzlich die Korngrößenverteilung und die Konsistenzzahl bindiger Böden erforderlich. Unser Labor ermittelt diese Werte an gestörten und ungestörten Proben aus dem Leinetal und stellt sie als charakteristische Kennwerte für den Grenzzustand GEO-3 bereit.

Wann ist ein Ausziehversuch am Anker zwingend vorgeschrieben?

Die DIN EN 1537 schreibt Eignungsprüfungen vor, wenn keine vergleichbaren Erfahrungen mit dem Baugrund vorliegen oder wenn die Mantelreibungswerte nicht aus tabellierten Erfahrungswerten übernommen werden können. In Göttingen ist das fast immer der Fall, weil die quartären Sedimente kleinräumig wechseln. Wir führen den Ausziehversuch auf der Baustelle mit einer Hohlkolbenpresse durch und werten die Zeit-Verformungs-Linie direkt vor Ort aus.

Mit welchen Kosten muss ich für eine Ankerbemessung rechnen?

Für eine komplette Ankerbemessung inklusive Laborversuche und einem Ausziehversuch liegen die Kosten je nach Umfang zwischen €1.040 und €3.430. Der Preis hängt von der Anzahl der Ankerlagen, der erforderlichen Prüftiefe und dem Aufwand für die Baugrunderkundung ab. Wir erstellen Ihnen ein detailliertes Angebot, sobald die Bohrprofile vorliegen.

Berechnen Sie auch die Verankerung für permanente Bauwerke?

Ja, wir bemessen auch Daueranker mit Korrosionsschutzklasse I nach DIN EN 1537. Der Nachweis umfasst dann zusätzlich die doppelte Korrosionsschutzummantelung, den Kriechversuch über 60 Minuten und die Überwachung der Vorspannkraft während der Nutzungsdauer. Für Brückenwiderlager und Stützbauwerke im Göttinger Stadtgebiet ist das die Regel. Mehr Info.

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