In Göttingen treffen wir häufig auf heterogene Talfüllungen der Leine, die für die direkte Gründung ungeeignet sind. Die quartären Sande und Kiese können locker gelagert sein und neigen unter Lasteintrag zu unkontrollierten Setzungen. Bevor ein Bauherr Ressourcen in aufwendige Tiefgründungen investiert, prüfen wir systematisch die Verdichtbarkeit des anstehenden Baugrunds. Die Bemessung der Rütteldruckverdichtung liefert uns den Nachweis, ob eine flächige Tiefenverdichtung wirtschaftlich und technisch ausreicht. Wir kombinieren dabei Drucksondierergebnisse aus dem CPT-Versuch mit Sieblinien der Korngrößenanalyse, um den Feinkornanteil und die Lagerungsdichte exakt zu quantifizieren. Nach DIN EN 14731 legen wir Rasterabstand, Tiefenlage und Energieeintrag fest, sodass die geforderte Lagerungsdichte von üblicherweise Dpr ≥ 0,75 erreicht wird. Das Ergebnis ist ein geprüfter Baugrund, der die Setzungsanforderungen von Stahlbetonbauten und Verkehrsflächen sicher erfüllt, ohne dass der Bauablauf durch langwierige Konsolidationsphasen gestört wird.
Ein korrekt bemessenes Rütteldruckverdichtungsraster reduziert Setzungen um bis zu 80 Prozent im Vergleich zum unbehandelten, locker gelagerten Baugrund – ein wirtschaftlicher Hebel, der in Göttingens Talfüllungen den Unterschied zwischen Flachgründung und teurer Pfahlgründung ausmacht.
Arbeitsumfang in Gottingen

Risiken und Überlegungen in Gottingen
Die Tiefenrüttler, die wir in den sandig-kiesigen Ablagerungen Göttingens einsetzen, arbeiten mit Unwuchtmomenten, die eine kontinuierliche Scherverformung im Korngerüst erzwingen. Ein zu eng gewähltes Raster bei hohem Grundwasserstand kann jedoch Porenwasserüberdrücke aufbauen, die lokal die effektive Spannung reduzieren und den Verdichtungserfolg gefährden. Wir begegnen diesem Risiko durch eine gestaffelte Verdichtungsabfolge: Beginnend mit größerem Rasterabstand verdichten wir in mehreren Durchgängen, sodass überschüssiges Porenwasser abfließen kann, bevor die finale Nachverdichtung erfolgt. Bei unzureichender Beachtung der Untergrundverhältnisse können zudem Erschütterungen auf Nachbarbebauung übertragen werden. In der dichten innerstädtischen Bebauung Göttingens, etwa im Bereich der Altstadt oder entlang der Weender Straße, führen wir daher vorab Schwingungsprognosen durch und richten die Rüttelenergie so ein, dass die Grenzwerte der DIN 4150-3 für benachbarte Bauwerke sicher eingehalten werden.
Unsere Leistungen
Unser Leistungsspektrum zur Bemessung der Rütteldruckverdichtung deckt die gesamte Prozesskette ab – von der Baugrunderkundung über die rechnerische Dimensionierung bis zur Qualitätskontrolle nach der Ausführung. Jede Phase ist auf die spezifischen Untergrundverhältnisse in Göttingen und die Vorgaben der DIN EN 1997-2 abgestimmt.
Verdichtbarkeitsstudie und Sondierkampagne
Durchführung von CPT-Sondierungen und Entnahme gestörter Proben zur Bestimmung der Korngrößenverteilung. Auswertung der Lagerungsdichte und Ermittlung des Verdichtbarkeitspotenzials nach DIN 4094.
Bemessung des Rütteldruckverdichtungsrasters
Rechnerische Dimensionierung des Rasterabstands, der Rütteltiefe und des Energieeintrags auf Basis der Sondierergebnisse. Nachweisführung gemäß DIN EN 14731 mit Prognose der Setzungsreduktion.
Qualitätskontrolle und Abnahmeprüfung
Vergleichende Drucksondierungen (CPT) vor und nach Verdichtung, Lastplattendruckversuche (Ev2) und Rammsondierungen (DPH) zur Validierung der erreichten Lagerungsdichte und Tragfähigkeit.
Erschütterungsprognose und Beweissicherung
Rechnerische Prognose der Schwingungsimmissionen nach DIN 4150-3. Einrichtung von Schwingungsmessstellen an angrenzender Bebauung während der Verdichtungsarbeiten.
Fragen und Antworten
Welche Bodenarten eignen sich in Göttingen für die Rütteldruckverdichtung?
Das Verfahren wirkt in kohäsionslosen, grobkörnigen Böden, wie sie in den quartären Talfüllungen der Leine und in den Terrassenkiesen um Göttingen vorkommen. Entscheidend ist ein Feinkornanteil unter 10 Prozent und ein Ungleichförmigkeitsgrad Cu über 2. Bei höheren Schluff- oder Tonanteilen in den Auelehmen der Leineniederung ist die Durchlässigkeit zu gering, sodass wir auf alternative Verfahren wie Rüttelstopfverdichtung oder Bodenaustausch ausweichen.
Wie tief kann die Rütteldruckverdichtung den Boden verbessern?
Mit modernen Teleskoprüttlern erreichen wir in Göttingen Verdichtungstiefen bis 15 Meter, sofern der Grundwasserspiegel dies zulässt. Die tatsächlich erforderliche Tiefe legen wir nach der CPT-Sondierung fest. Häufig genügen 6 bis 10 Meter, um setzungsempfindliche lockere Sandlinsen zu durchörtern und einen tragfähigen Horizont zu erreichen.
Mit welchen Kosten muss ich für eine Bemessung der Rütteldruckverdichtung rechnen?
Für die komplette Bemessung inklusive Sondierkampagne, Verdichtbarkeitsstudie und Abnahmeprüfung liegen die Kosten je nach Projektgröße und Sondieraufwand zwischen €1.360 und €4.410. Die reine Verdichtungsleistung wird separat nach Quadratmeter und Tiefenmeter abgerechnet und hängt vom Rasterabstand und den Zugänglichkeitsbedingungen auf dem Baufeld ab.
Welche Nachweise sind nach der Verdichtung zu erbringen?
Die Abnahmeprüfung erfolgt durch vergleichende Sondierungen vor und nach der Verdichtung. Wir setzen dafür Drucksondierungen (CPT) ein, um die Zunahme des Spitzendrucks zu messen, sowie Lastplattendruckversuche zur Bestimmung des Verformungsmoduls Ev2. Die Ergebnisse dokumentieren wir in einem Prüfbericht nach DIN EN 1997-2, der als Nachweis gegenüber dem Prüfingenieur für Standsicherheit dient.