Die DIN 18137 fordert für standsicherheitsrelevante Erdkörper einen Nachweis der Scherparameter, der mit einfachen Rahmenscherversuchen nicht immer gelingt. In Göttingen, wo der Übergang vom Buntsandstein des Reinhäuser Waldes zu den quartären Lockersedimenten der Leineaue auf wenigen hundert Metern stattfindet, ist ein Triaxialversuch das Mittel der Wahl, sobald die Spannungszustände im Untergrund realistisch abgebildet werden müssen. Das Labor arbeitet nach ISO 17025 und führt konsolidierte, drainierte und undrainierte Versuche an bindigen wie rolligen Proben durch – immer abgestimmt auf die tatsächliche Einbautiefe und den zu erwartenden Porenwasserdruck. Für schwierige Auenböden ergänzen wir die Diagnostik mit einer Korngrößenanalyse, um den Feinkornanteil exakt zu quantifizieren.
Ein drainierter Triaxialversuch zeigt oft erst ab 12 % axialer Dehnung das wahre Restscherverhalten – wer zu früh auswertet, überschätzt die Standsicherheit.
Arbeitsumfang in Gottingen

Risiken und Überlegungen in Gottingen
Die Stadterweiterung Göttingens in den 1960er- und 1970er-Jahren führte zu einer dichten Bebauung in den flachen Leineauen, wo auf geringmächtigen Kiesen oft organische Weichschichten lagern. Wer dort ein Gründungspolster bemisst und nur pauschale Erfahrungswerte für den Reibungswinkel ansetzt, riskiert Setzungsdifferenzen, die bei Hochwasserganglinien mit steigendem Porenwasserdruck sprunghaft zunehmen. Der Triaxialversuch liefert die Spannungs-Dehnungs-Kurven, die man braucht, um zwischen drainiertem und undrainiertem Verhalten zu unterscheiden – eine Weichenstellung, die bei Auelehmen mit Durchlässigkeitsbeiwerten um 10⁻⁸ m/s über die Gebrauchstauglichkeit entscheidet. Auch für die tiefen Baugruben am Klinikum-Neubau ist der Versuch unverzichtbar, weil der kombinierte Erd- und Wasserdruck realitätsnah simuliert werden muss.
Unsere Leistungen
Der Triaxialversuch ist Teil einer bodenmechanischen Diagnostikkette. Folgende begleitende Leistungen bieten wir in Göttingen an:
Probenentnahme Sondiergestänge
Gewinnung ungestörter Zylinderproben mit 100 mm Durchmesser aus Tiefen bis 20 m für triaxiale Versuchsserien.
Konsolidiert drainierter CD-Versuch
Langsame Scherung unter vollständiger Drainage für langfristige Standsicherheitsbetrachtungen an Dämmen und Böschungen.
Undrainierter CU-Versuch mit Porenwasserdruckmessung
Schnelle Belastungsfälle in wassergesättigten Tonen und Schluffen – essenziell für die Bemessung von Baugrubensohlen in der Leineaue.
Bruchgeraden-Interpretation nach Mohr-Coulomb
Rechnerische Auswertung mit Angabe von effektiver Kohäsion, Reibungswinkel und Restscherfestigkeit inklusive Diagramm je Laststufe.
Fragen und Antworten
Was kostet ein Triaxialversuch in Göttingen?
Für eine Serie mit drei Prüfkörpern (CD oder CU) liegen die Kosten je nach Probenzustand und Sättigungsaufwand zwischen €1.610 und €2.610. Der Preis umfasst Probenvorbereitung, Versuchsdurchführung, Auswertung nach DIN 18137 und einen Prüfbericht mit Mohr-Coulomb-Diagramm.
Wann ist ein Triaxialversuch einem Rahmenscherversuch überlegen?
Immer dann, wenn der Porenwasserdruck realistisch kontrolliert werden muss – also bei wassergesättigten bindigen Böden oder wenn die Drainagebedingungen im Feld unklar sind. Der Triaxialversuch erlaubt zudem eine definierte Spannungsgeschichte (Konsolidation), was der Rahmenscherversuch nicht leistet.
Welche Probenmenge wird für eine Triaxialversuchsserie benötigt?
Für drei Einzelversuche brauchen wir mindestens drei ungestörte Zylinderproben mit 100 mm Durchmesser und 200 mm Länge. Bei gestörten Proben wird das Material im Labor mit definierter Dichte eingebaut – hier reichen etwa 15 kg je Laststufe.
Wie lange dauert ein CD-Triaxialversuch?
Die reine Scherphase kann je nach Durchlässigkeit des Bodens mehrere Tage in Anspruch nehmen, weil der Porenwasserdruck kontinuierlich abgebaut werden muss. Inklusive Sättigung, Konsolidation und Auswertung beträgt die Gesamtdauer im Labor etwa sechs bis neun Arbeitstage.