Zwischen den Kiesböden der Hochterrassen in Geismar und den mächtigen Auelehmen entlang der Leine liegen in Göttingen Welten, was den Baugrund betrifft. Wer im östlichen Stadtrand auf den Muschelkalkverwitterungen gründet, hat selten Probleme mit Setzungen, doch sobald ein Projekt in Weende oder Grone auf den holozänen Talfüllungen mit über 8 m weichem Ton und Schluff realisiert werden soll, ändert sich das Anforderungsprofil grundlegend. Hier stößt eine klassische Flachgründung schnell an ihre Grenzen, weil die zulässigen Setzungen nach DIN 4019 überschritten werden. Die Bemessung von Schottersäulen bietet dann den rechnerischen Nachweis, dass eine lastverteilende Säulengruppe die Verformungen auf ein verträgliches Maß reduziert – selbst unter den hohen Verkehrslasten eines Logistikneubaus am Autobahnzubringer A7. In solchen Fällen kombinieren wir die Baugrunderkundung mit einem CPT-Versuch, um die undrainierte Scherfestigkeit lückenlos über die Tiefe zu erfassen, bevor wir ein Säulenraster dimensionieren.
Eine Schottersäule ist kein starres Tragglied, sondern ein verformungsgesteuerter Verbundkörper – die Kunst der Bemessung liegt im Nachweis der Kompatibilität zwischen Säulensteifigkeit und umgebendem Weichboden.
Arbeitsumfang in Gottingen

Risiken und Überlegungen in Gottingen
Der Tiefenrüttler, mit dem die Schottersäulen im Göttinger Untergrund hergestellt werden, arbeitet mit einem wassergespülten Schleusensystem und einer Rüttelflasche von rund 4 Tonnen Masse – ein Gerät, das im Einbauprozess den umgebenden Boden temporär verflüssigt. Das Risiko liegt weniger in der mangelnden Tragfähigkeit der fertigen Säule als vielmehr in einer unzureichenden Abstimmung zwischen Rüttelenergie und Rückzugsgeschwindigkeit während der Säulenherstellung. Wird die Rüttelflasche zu schnell gezogen, entsteht keine durchgehende Verdichtung, sondern ein gestörter Schotterkörper mit Linsen aus eingeschlossenem Weichboden. In Göttingen, wo die weichen Tone oft organische Beimengungen enthalten, kann dies zu einem progressiven Setzungsversagen unter Dauerlast führen, weil die Porenwasserüberdrücke langsamer dissipieren als berechnet. Ein weiteres Risiko ist der unerkannte hydraulische Grundbruch in den umliegenden Aueböden: Wird beim Rütteln zu viel Spülwasser eingesetzt, kann der Porenwasserdruck in der Umgebung so stark ansteigen, dass benachbarte Altfundamente unplanmäßige Hebungen erfahren. Die Bemessung muss daher zwingend eine obere Grenze für den Spüldruck und eine minimale Rückzugsgeschwindigkeit vorgeben.
Unsere Leistungen
Die Bemessung von Schottersäulen ist immer in ein übergeordnetes geotechnisches Projekt eingebettet. Wir bieten folgende ergänzende Leistungen an, um eine geschlossene Nachweiskette vom Baugrundmodell bis zur Abnahme zu gewährleisten:
Geotechnischer Bericht mit Säulenbemessung
Erstellung des vollständigen Bemessungsberichts nach EC7 mit Definition des Säulenrasters, Nachweis der Tragfähigkeit und Setzungsberechnung im Endzustand für Ihr konkretes Bauwerk in Göttingen.
Qualitätssicherung während der Rüttelarbeiten
Kontinuierliche Aufzeichnung der Rütteltiefe, des Spüldrucks und der Stromaufnahme als indirekter Nachweis der erreichten Lagerungsdichte jeder einzelnen Schottersäule auf der Baustelle.
Abnahmeprüfung mittels Lastplatte
Durchführung statischer und dynamischer Plattendruckversuche auf ausgewählten Säulenköpfen und im Zwischenfeld zur messtechnischen Verifikation des berechneten Setzungsreduktionsfaktors.
Fragen und Antworten
Wann ist eine Bemessung von Schottersäulen in Göttingen einer Pfahlgründung vorzuziehen?
Bei weichen, aber noch ausreichend scherfesten Böden mit einer undrainierten Kohäsion cu zwischen 15 und 30 kPa stellt die Schottersäule oft die wirtschaftlichere Lösung dar, weil sie den vorhandenen Boden verbessert statt ihn komplett zu ersetzen. Die Entscheidung fällen wir auf Basis von CPT-Sondierungen: Liegt der Spitzendruck qc stabil über 0,5 MPa und die Mächtigkeit der Weichschicht unter 12 m, ist das Rüttelverfahren technisch möglich und setzungsarm bemessbar.
Mit welchen Kosten muss ich für die Bemessung von Schottersäulen in Göttingen rechnen?
Für die reine Bemessung und Ausführungsplanung einer Schottersäulengruppe inklusive geotechnischem Bericht nach EC7 liegen die Honorarkosten in Göttingen je nach Komplexität und Anzahl der erforderlichen Berechnungsvarianten zwischen €1.510 und €5.270. Die Ausführungskosten der Säulen selbst sind darin nicht enthalten und werden nach laufendem Meter abgerechnet.
Welche Setzungsreduktion lässt sich mit korrekt bemessenen Schottersäulen im Göttinger Auelehm erreichen?
Bei einem fachgerecht bemessenen Raster mit einem Flächenverhältnis von etwa 10 % erreichen wir in den holozänen Auelehmen Göttingens einen Setzungsreduktionsfaktor β zwischen 0,25 und 0,50. Das bedeutet, dass sich die ursprünglich berechnete Setzung einer Flachgründung um 50 % bis 75 % reduziert. Der genaue Faktor hängt vom Verhältnis der Steifigkeiten und vom Abminderungsbeiwert für die Gruppenwirkung ab, den wir iterativ nach Priebe berechnen.