Der Göttinger Untergrund ist geprägt von den mesozoischen Festgesteinen des Leinegrabens, überlagert von mächtigen Lössdecken und holozänen Auelehmen der Leine. Wer im Stadtgebiet oder den Hanglagen am Kiessee baut, hat es fast immer mit Böden zu tun, die feinkörnige und grobkörnige Fraktionen in enger Wechsellagerung zeigen. Eine aussagekräftige Korngrößenanalyse nach DIN EN ISO 17892-4 ist hier das Rückgrat jeder Baugrundbeurteilung. Ohne eine präzise Kornverteilungskurve bleibt die Einstufung nach DIN 18196 eine Vermutung – und das kann bei den setzungsempfindlichen Tonsteinverwitterungsböden, die in Göttingen-Ost anstehen, teuer werden. Die Kombination aus Trockensiebung für die Fraktion über 0,063 mm und Aräometerverfahren für den Feinkornanteil liefert das vollständige Bild, das der Geotechniker für die Wahl des Gründungskonzepts braucht.
Die Kornverteilungskurve ist mehr als eine Laborübung – sie entscheidet in Göttingen über die Filterstabilität von Dränagen und die Verdichtbarkeit von Auelehm.
Arbeitsumfang in Gottingen

Risiken und Überlegungen in Gottingen
Ein klassischer Aräometerversuch in Göttingen läuft im temperierten Wasserbad bei 20 °C, wobei die Suspension aus 50 g getrocknetem Feinkorn und destilliertem Wasser über Stunden mit einem Dichtearäometer nach Bouyoucos gemessen wird. Verzichtet man auf diesen Schritt und klassifiziert den Boden nur über den Siebversuch, übersieht man genau den Feinkornanteil, der im Göttinger Stadtgebiet oft über 40 % liegt – vor allem in den verwitterten Tonsteinbereichen des Mittleren Keupers. Das Risiko einer Fehleinschätzung der Tragfähigkeit oder der Wasserempfindlichkeit ist dann erheblich. Eine nicht erkannte stark tonige Beimengung im geplanten Gründungspolster führt zu unerwarteten Setzungen und Frosthebungen. Das Hydrometerverfahren ist kein optionaler Luxus, sondern die einzige Methode, um den Schlämmkornanteil reproduzierbar zu quantifizieren. Ohne diese Daten ist eine standsichere Bemessung eines Streifenfundaments in den Hangbereichen nördlich der Robert-Koch-Straße nicht seriös möglich.
Unsere Leistungen
Die Korngrößenanalyse ist in Göttingen selten ein isolierter Auftrag – meist ist sie Teil einer umfassenden Baugrunderkundung. Wir bieten deshalb ein abgestimmtes Leistungspaket, das die Laborergebnisse direkt mit der Feldansprache verknüpft:
Kombinierte Kornanalyse (Sieb + Aräometer)
Vollständige Bestimmung der Kornverteilungskurve mit Trockensiebung und 24h-Sedimentationsanalyse. Inklusive Auswertung von Cu, Cc und Bodengruppe nach DIN 18196. Standardumfang für Baugrundgutachten in Göttingen.
Bestimmung der Atterberg-Grenzen
Fließ- und Ausrollgrenze nach DIN EN ISO 17892-12 an bindigen Böden. Die Plastizitätszahl ist in Kombination mit der Kornkurve das Kriterium für die Frostklassifikation der Lössböden im Leinetal.
Wassergehalt und Glühverlust
Bestimmung des natürlichen Wassergehalts nach DIN EN ISO 17892-1 und des organischen Anteils über Glühverlust bei 550°C. Besonders relevant in den Auelehmbereichen entlang der Leine.
Fragen und Antworten
Wie viel kostet eine Korngrößenanalyse mit Siebung und Hydrometer in Göttingen?
Die kombinierte Analyse bewegt sich in Göttingen je nach Probenumfang und erforderlicher Vorbehandlung im Bereich von 100 bis 150 Euro pro Probe. Der genaue Betrag hängt davon ab, ob organische Bestandteile vorab mit Wasserstoffperoxid zerstört werden müssen und ob zusätzlich die Atterberg-Grenzen bestimmt werden sollen.
Welche Bodengruppen nach DIN 18196 lassen sich mit der Analyse unterscheiden?
Das kombinierte Verfahren deckt alle Bodengruppen ab – von grobkörnigen Kiesen (GE, GW, GI) über gemischtkörnige Böden (GU, GT, SU, ST) bis zu feinkörnigen Schluffen und Tonen (UL, UM, UA, TL, TM, TA). Die Unterscheidung zwischen Schluff und Ton erfolgt über die Korngröße bei 0,002 mm, ergänzt durch die Plastizitätsanalyse.
Warum reicht eine reine Siebanalyse für den Göttinger Baugrund nicht aus?
Weil die quartären Lösslehme und die Tonsteinverwitterungsböden im Stadtgebiet Feinkornanteile von über 40 % aufweisen, die mit der Siebung nicht erfasst werden. Ohne Aräometerversuch fehlt der gesamte Schlämmkornbereich, und die Bodengruppe kann nicht korrekt zugeordnet werden – das führt zu falschen Annahmen bei der Setzungsberechnung.
Wie lange dauert eine vollständige Korngrößenanalyse im Labor?
Die Trockensiebung ist bei normalem Probenaufkommen innerhalb eines Arbeitstages abgeschlossen. Das Aräometerverfahren benötigt durch die Sedimentationszeit von 24 Stunden und die erforderliche Temperierung einen weiteren Tag. Der Prüfbericht mit Kornverteilungskurve und Bodengruppe liegt üblicherweise nach drei bis vier Werktagen vor. Mehr Info.