Zwischen den Lössböden am Leinegraben und den verwitterten Tonsteinen der östlichen Hanglagen liegen in Göttingen oft nur wenige hundert Meter. Wer im Ostviertel gründet, hat es mit steifen, teils überkonsolidierten Tonen und Schluffen zu tun, während im Industriegebiet Grone schon bei drei Metern Tiefe klüftiger Muschelkalk ansteht. Eine bodenmechanische Untersuchung muss diese kleinräumigen Wechsel abbilden, sonst wird aus der Überraschung im Baugrund schnell ein Nachtrag. Unser Labor ist nach DIN EN ISO 17892 akkreditiert und liefert Kennwerte, die nicht nur rechnerisch stimmen, sondern auch zur lokalen Geologie passen. Wenn die Bohrung zeigt, dass der Baugrund in größerer Tiefe doch weicher wird als der Rammsondierung nach zu erwarten war, kombinieren wir die bodenmechanische Untersuchung mit einer ergänzenden CPT-Sondierung, um das Schichtprofil lückenlos aufzulösen.
In Göttingen entscheiden oft die ersten drei Meter über das Gründungskonzept – und die zweite Scherfuge in 4,50 m Tiefe über die Standsicherheit.

Arbeitsumfang in Gottingen
Risiken und Überlegungen in Gottingen
Der Gipskeuper im Göttinger Untergrund ist tückisch. Er enthält lösliche Sulfatschichten, die bei Wasserzutritt quellen und Beton angreifen können. In den tieferen Lagen des Ostviertels haben wir in drei Projekten Sulfatkonzentrationen über 3.000 mg/l gemessen – das erfordert sofort eine Expositionsklasse XA2 nach DIN 1045-2 und einen sulfatbeständigen Zement. Wer darauf verzichtet, riskiert Treibschäden, die erst fünf bis acht Jahre nach Bauabnahme sichtbar werden. Ein zweites Risiko sind die weichen Auffüllungen in den ehemaligen Ziegeleigruben entlang der B27. Dort haben wir Setzungsdifferenzen von bis zu 12 cm auf 6 m Gebäudelänge dokumentiert, weil die organischen Beimengungen in der Auffüllung ungleichmäßig verrotten. Eine bodenmechanische Untersuchung in Göttingen muss diese Altlasten und die Sulfatproblematik zwingend adressieren – sonst wird aus dem Baugrundgutachten ein teures Alibi.
Unsere Leistungen
Eine belastbare bodenmechanische Untersuchung in Göttingen muss die geologischen Besonderheiten des Leinetalgrabens abbilden – vom quartären Kies bis zum sulfatführenden Keuper. Wir bieten daher drei aufeinander abgestimmte Untersuchungsmodule.
Baugrunderkundung mit Laborprogramm
Rammkernsondierungen und schwere Rammsondierungen (DPH) zur Schichtansprache, kombiniert mit gestörten und ungestörten Proben für Korngrößenanalyse, Atterberg-Grenzen und Rahmenscherversuch. Inklusive Sulfatbestimmung im Eluat nach DIN EN 1744-1.
Setzungs- und Tragfähigkeitsberechnung
Ermittlung von Steifemoduln und Bettungsmoduln für Flachgründungen, Setzungsberechnung nach DIN 4019, Nachweis der Grundbruchsicherheit nach DIN 1054. Für Gründungspolster ergänzen wir den Plattendruckversuch auf der Auffüllebene.
Baugruben- und Gründungsberatung
Beurteilung der Baugrubenböschung nach DIN 4124, Angabe von Kohäsion und Reibungswinkel für den Nachweis der Standsicherheit, Vorschlag zur Wasserhaltung bei Grundwasserandrang im Leinetal. Beratung zur Expositionsklasse bei sulfathaltigem Baugrund.
Fragen und Antworten
Was kostet eine bodenmechanische Untersuchung in Göttingen?
Für ein typisches Einfamilienhaus mit zwei Rammkernsondierungen, vier Rammsondierungen, Laborversuchen (Korngrößenverteilung, Konsistenzgrenzen, Rahmenscherversuch) und einem schriftlichen Gutachten nach DIN 4020 liegen die Kosten in Göttingen zwischen 2.570 und 4.720 Euro. Der Preis hängt von der Tiefe der Sondierungen und der Anzahl der Laborversuche ab. Bei Verdacht auf Sulfatbelastung erhöht sich der Laboraufwand entsprechend.
Warum ist in Göttingen eine Sulfatuntersuchung des Baugrunds wichtig?
Der Gipskeuper, der im östlichen Stadtgebiet und in den Hanglagen ansteht, enthält wasserlösliche Sulfatminerale. Wenn sulfathaltiges Wasser auf Beton trifft, bildet sich Ettringit – das Volumen vergrößert sich und der Beton wird von innen zerstört. Wir analysieren routinemäßig die Sulfatkonzentration im Bodengemisch und im Eluat, um die Expositionsklasse nach DIN 1045-2 festzulegen. Das kostet wenig, verhindert aber teure Instandsetzungen.
Wie lange dauert eine bodenmechanische Untersuchung in Göttingen?
Die Feldarbeit – also Sondierungen und Probenahme – ist bei einem Einfamilienhaus in der Regel an einem Tag erledigt. Die Laborversuche brauchen etwa zwei Wochen, abhängig von der Trocknungs- und Konsolidierungszeit bei bindigen Böden. Das schriftliche Gutachten liefern wir innerhalb von drei Wochen nach der Feldarbeit. Bei dringenden Projekten bieten wir einen Expressbericht mit vorläufigen Kennwerten nach einer Woche an.