Gottingen
Gottingen, Germany

CPT (Cone Penetration Test) in Göttingen – Drucksondierung nach DIN EN ISO 22476-1

In Göttingen sehen wir oft, dass oberflächennahe Rammkernbohrungen nicht ausreichen, um den Schichtwechsel zwischen quartären Leinetal-Sedimenten und verwittertem Mittlerem Muschelkalk zu erfassen. Die 51° nördliche Breite mit ihren saisonal hohen Grundwasserständen in der Leineaue verlangt ein Verfahren, das kontinuierlich misst und keine gestörten Proben produziert. Wir setzen dafür die elektrische Drucksondierung mit einem 20-Tonnen-Penetrometer ein. Der CPT liefert lückenlose Profile von Spitzendruck und Mantelreibung und hilft, Tragfähigkeitsrisiken zu quantifizieren, bevor eine Tiefgründung geplant wird. Ergänzend dazu können wir mit der SPT-Bohrung punktuelle Bodenproben gewinnen, wenn die CPT-Daten eine genauere Klassifikation verlangen.

Ein Meter Muschelkalkverwitterung kann die Tragfähigkeit um 300 % erhöhen – der CPT zeigt uns genau, wo er beginnt.

Arbeitsumfang in Gottingen

Göttingens Untergrund wechselt innerhalb weniger Meter – von locker gelagerten Sanden im Tal über steife Beckentone bis zu klüftigem Kalkstein an den Hängen des Göttinger Walds. Diese Variabilität zwingt uns, die Drucksondierung mit digitaler Messtechnik durchzuführen. Unsere Spitze registriert den Spitzendruck qc, die lokale Mantelreibung fs und den Porenwasserdruck u₂ mit einer Abtastrate von 50 Hz. So erkennen wir dünne Zwischenschichten, die ein statischer Stempelversuch übersehen würde. Die Messdaten werden live auf dem Monitor dargestellt und erlauben eine sofortige Abschätzung des Reibungsverhältnisses Rf. Nach der Sondierung exportieren wir die Rohdaten als ASCII-Datei für die Weiterverarbeitung in gINT oder GeODin. Der gesamte Vorgang folgt der DIN EN ISO 22476-1 und wird von einem erfahrenen Messtechniker überwacht.
CPT (Cone Penetration Test) in Göttingen – Drucksondierung nach DIN EN ISO 22476-1
CPT (Cone Penetration Test) in Göttingen – Drucksondierung nach DIN EN ISO 22476-1
ParameterTypischer Wert
MessgrößenSpitzendruck qc, Mantelreibung fs, Porenwasserdruck u₂
SondiergestängeDurchmesser 36 mm, elektrische Datenübertragung
Maximale Tiefe25 m (abhängig von Bodenwiderstand)
Abtastrate50 Hz (kontinuierliche Aufzeichnung)
Konusfläche10 cm² (Standardkonus)
Mantelreibungsfläche150 cm²
Eindringgeschwindigkeit20 mm/s ±5 mm/s
Normative GrundlageDIN EN ISO 22476-1, Eurocode 7 (DIN EN 1997-2)

Risiken und Überlegungen in Gottingen

Die Göttinger Innenstadt hat eine mittlere Höhe von 150 m ü. NN, aber die Leineaue liegt nur 138 m hoch – hier steht das Grundwasser oft weniger als 1 m unter Gelände. Ein Baugrundgutachten ohne CPT in diesen Bereichen übersieht leicht den Einfluss von Porenwasserüberdrücken auf die effektive Spannung. Wir haben Sondierungen gesehen, bei denen der Spitzendruck in wassergesättigten Sanden unter 2 MPa fiel, was auf verflüssigungsgefährdete Lagen hinweist. Ohne u₂-Messung wäre dieses Risiko unentdeckt geblieben. Der CPT liefert in solchen Fällen die Datengrundlage für eine Setzungsberechnung nach DIN 4019 und verhindert, dass Fundamente später ungleichmäßig nachgeben. Gerade bei Hochwasserschutzprojekten entlang der Leine ist das entscheidend.

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Anwendbare Normen: DIN EN ISO 22476-1:2023-04 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Felduntersuchungen – Teil 1: Drucksondierungen mit elektrischen Messwertaufnehmern, DIN EN 1997-2 (Eurocode 7) – Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik – Teil 2: Erkundung und Untersuchung des Baugrunds, DIN 4094-1 – Baugrund – Felduntersuchungen – Teil 1: Drucksondierungen

Unsere Leistungen

Jeder CPT-Einsatz in Göttingen wird durch unser Labor-Team auf die lokalen Baugrundverhältnisse abgestimmt. Wir bieten zwei Varianten an:

Standard-Drucksondierung mit qc und fs

Elektrische Kegelspitze mit 60°-Spitzenwinkel. Aufzeichnung von Spitzendruck und Mantelreibung alle 10 mm. Ideal für die Bodenklassifikation nach Robertson-Chart und die Ableitung von undrainierter Scherfestigkeit in bindigen Böden.

CPTu mit Porenwasserdruckmessung

Zusätzlicher piezokeramischer Filter unmittelbar hinter dem Konus. Misst den Porenwasserdruck u₂ während des Eindringens. Unverzichtbar für die Bestimmung des Konsolidierungsgrads in Auelehm und für die korrigierte Ableitung des Spitzenwiderstands in gesättigten Sanden.

Fragen und Antworten

Was kostet ein CPT in Göttingen pro laufendem Meter?

Die Kosten für eine Drucksondierung in Göttingen liegen zwischen €170 und €250 pro Einsatz, abhängig von der Sondiertiefe und ob eine Porenwasserdruckmessung (CPTu) erforderlich ist. Die genaue Summe richtet sich nach der Zugänglichkeit des Geländes und der Anzahl der Sondierpunkte.

Welche Bodenarten kann der CPT in Göttingen durchteufen?

Das 20-t-Gerät durchörtert quartäre Lockersedimente wie Sand, Kies und Ton in der Leineaue problemlos. Bei verwittertem Muschelkalk mit Steinanteilen über 40 % oder bei Blöcken stoppt die Sondierung automatisch, um Beschädigungen zu vermeiden. In solchen Fällen kombinieren wir den CPT mit einer Kernbohrung.

Wie lange dauert ein CPT-Einsatz vor Ort?

Die reine Sondierzeit beträgt etwa 2 Minuten pro Meter. Für eine 15-m-Sondierung in Göttingen rechnen wir mit 30 Minuten reiner Sondierzeit. Dazu kommen 20 Minuten für den Aufbau des Penetrometers und die Nivellierung der Ballastplattform. Mehr Info.

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