Gottingen
Gottingen, Germany

Atterberg-Grenzen in Göttingen: Laborversuche für bindige Böden

Die DIN 18122 in Verbindung mit DIN EN ISO 17892-12 regelt die Bestimmung der Atterberg-Grenzen – ein Verfahren, das in Göttingen mit seinen ausgedehnten Lösslehm- und Auelehmdecken systematisch zur Anwendung kommt. Das Stadtgebiet liegt im Leinegraben, wo holozäne Ton- und Schluffschichten Mächtigkeiten von 6 bis 15 m erreichen. Wer hier ein Bauvorhaben plant, etwa im Bereich Weende oder Geismar, braucht verlässliche Kennwerte zur Plastizität des Bodens. Unser Labor führt die Fließgrenze nach Casagrande und die Ausrollgrenze normkonform durch und liefert Ihnen das Ergebnis in der Regel innerhalb von drei Werktagen. Bei bindigen Böden entscheidet die Plastizitätszahl I_P über Einstufung, Verdichtbarkeit und Frostempfindlichkeit – Parameter, die später direkt in die Bemessung von Bodenplatten und Fundamenten einfließen.

Die Plastizitätszahl I_P ist kein abstrakter Laborwert – sie bestimmt, ob ein bindiger Boden in Göttingen als frostsicher eingestuft werden kann oder zusätzliche Maßnahmen im Erdbau erfordert.

Arbeitsumfang in Gottingen

In Göttingen sehen wir häufig, dass Lösslehme an der Ausrollgrenze täuschen: Sie fühlen sich sandig an, liegen aber mit w_L um 38 % und w_P um 22 % deutlich im plastischen Bereich. Genau deshalb reichen Fingerproben nicht. Wir bestimmen beide Grenzwerte im klimatisierten Labor am Maschmühlenweg, mit konstanter Trocknung bei 105 °C und standardisiertem Fallkegelgerät nach DIN. Die Probe wird durch Siebung <0,4 mm vorbereitet; bei organisch durchsetzten Auelehmen aus dem Leinetal schalten wir zusätzlich eine Nasssiebung vor. Neben der Klassifikation nach DIN 18196 liefern die Atterberg-Grenzen auch den Aktivitätsgrad nach Skempton – eine Größe, die bei Tonen mit I_P > 30 % auf quellfähige Dreischichtminerale hindeutet. Für den Erdbau in Hanglagen empfehlen wir, die Ergebnisse mit einer Korngrößenanalyse zu koppeln, um Feinanteil und Ungleichförmigkeit exakt zu beziffern.

Kenngrößen auf einen Blick:
Fließgrenze w_L: Wassergehalt am Übergang von breiiger zu flüssiger Konsistenz
Ausrollgrenze w_P: Wassergehalt, bei dem eine 3-mm-Rolle zu bröckeln beginnt
Plastizitätszahl I_P = w_L − w_P: Maß für den plastischen Bereich
Konsistenzzahl I_C = (w_L − w) / I_P: Beschreibt die aktuelle Zustandsform
Atterberg-Grenzen in Göttingen: Laborversuche für bindige Böden
Atterberg-Grenzen in Göttingen: Laborversuche für bindige Böden
ParameterTypischer Wert
NormenDIN 18122-1:1997, DIN EN ISO 17892-12:2018
PrüfgerätFallkegelgerät nach Casagrande, 60°/60 g
Probemengeca. 200 g Feinteil < 0,4 mm
Trocknung105 °C bis Massekonstanz
Fließgrenze w_LWassergehalt bei 20 mm Eindringtiefe
Ausrollgrenze w_PWassergehalt bei Rissbildung auf 3 mm Durchmesser
BerichtPlastizitätsdiagramm nach DIN 18196, Aktivitätsgrad

Risiken und Überlegungen in Gottingen

Der Ausbau Göttingens nach 1945 – erst entlang der Groner Landstraße, später in den Hangbereichen des Göttinger Walds – hat heterogene Auffüllungen hinterlassen, die bis heute geotechnisch relevant sind. In den Nachkriegsvierteln trifft man unter 0,8 m Mutterboden oft auf umgelagerten Tonmerged, der bei Wassergehaltsänderung zwischen halbfest und weich pendelt. Wird die Atterberg-Prüfung bei solchen Böden ausgelassen, fehlt die Basis für die Konsistenzzahl I_C und damit für die Einschätzung der Tragfähigkeit. Die DIN 4020 fordert bei bindigen Böden zwingend die Angabe der Zustandsgrenzen im Baugrundgutachten. Ohne diese Werte ist eine Bemessung von Stützmauern oder Böschungen am Hangfuß des Leinetals mit unzulässigen Annahmen behaftet. Auch die Beurteilung der Frostempfindlichkeitsklasse nach ZTV E-StB hängt direkt von w_L und I_P ab.

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Anwendbare Normen: DIN 18122-1:1997 – Baugrund, Versuche und Versuchsgeräte; Zustandsgrenzen (Konsistenzgrenzen), DIN EN ISO 17892-12:2018 – Geotechnische Erkundung; Bestimmung der Fließ- und Ausrollgrenze, DIN 18196:2011 – Erd- und Grundbau; Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke, DIN 4020:2010 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen Erdarbeiten

Unsere Leistungen

Die Atterberg-Grenzen sind Teil eines abgestimmten Prüfprogramms. Je nach Fragestellung kombinieren wir sie mit folgenden Labor- und Feldversuchen:

Fließ- und Ausrollgrenze nach DIN

Durchführung mit Fallkegelgerät und manueller Ausrollprobe, inklusive Wassergehaltsbestimmung durch Ofentrocknung. Bericht mit Plastizitätsdiagramm und Klassifikation nach DIN 18196.

Korngrößenverteilung kombiniert

Nass- und Trockensiebung plus Sedimentationsanalyse nach DIN EN ISO 17892-4. Liefert den Feinanteil d < 0,063 mm als Ergänzung zur Plastizität.

Wassergehalt und Konsistenz

Bestimmung des natürlichen Wassergehalts w_n unmittelbar nach Probenahme. Daraus Ableitung der Konsistenzzahl I_C und der Zustandsform (halbfest, steif, weich, breiig).

Frostempfindlichkeitsklasse

Einstufung in F1, F2 oder F3 auf Basis von w_L und I_P nach ZTV E-StB. Notwendig für Erdbau und Frostschutzschichten im Straßenbau.

Fragen und Antworten

Was kosten Atterberg-Grenzen im Labor in Göttingen?

Die Bestimmung von Fließ- und Ausrollgrenze liegt bei €60 bis €90 pro Probe, abhängig vom organischen Anteil und ob eine zusätzliche Nasssiebung nötig wird. Bei mehr als fünf Proben bieten wir günstigere Staffelpreise an.

Wie lange dauert die Prüfung?

Vom Probeneingang bis zum Bericht rechnen Sie mit drei Werktagen. Falls Eilbedarf besteht, ist eine Bearbeitung innerhalb von 24 Stunden möglich – sprechen Sie uns einfach an.

Welche Probe brauchen Sie für Atterberg-Grenzen?

Wir benötigen etwa 200 g ungestörten oder gestörten Feinteil < 0,4 mm. Die Probe muss luftdicht verpackt sein, damit der natürliche Wassergehalt erhalten bleibt. Bei organischen Böden bitte zusätzlich 100 g für die Glühverlustbestimmung.

Reicht die Fingerprobe für die Klassifikation?

Nein. Die Fingerprobe liefert nur eine grobe Schätzung der Plastizität, aber keine belastbaren Zahlen für das Baugrundgutachten. Die DIN 4020 verlangt die quantitativen Atterberg-Grenzen, sobald die Tragfähigkeit oder Frostempfindlichkeit bindiger Böden zu bewerten ist.

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